Unser Nachthimmel im Oktober 2018

Sonne, Mond und Sternenlicht

bringen sich ins Gleichgewicht

Am 28.10. kehren wir zur Normalzeit unserer am Sonnenstand des 15. Längengrads geeichten mitteleuropäischen Zeitzone zurück. Medizinisch optimal synchronisiert mit unserer inneren biologischen Uhr können wir den Nachthimmel dann wieder so erleben, wie es den natürlichen astronomischen Gegebenheiten der Erdrotation und der Erdbahn um die Sonne entspricht - und möglichst unbehelligt von Kunstlicht!

Wir erwarten Vollmond am 24. und Neumond am 9.10. Von den Planeten zeigen sich abends im Süden hellrot der Mars und, ihm nach Westen voranschwebend, gelblich der Saturn. Ab Mitternacht könnte sich besonders in der 2. Oktoberwoche die Ausschau nach Sternschnuppen lohnen. Sie kommen aus dem Sternbild Drache fast im Zenit oder aus der Nähe von Beteigeuze, dem roten Riesenstern des Orion überm östlichen Horizont.

Sternkarte_Herbst

Die nach Westen abziehenden Sommersternbilder Herkules, Leier, Schwan und Adler hinterlassen entlang der Milchstraße bis weit nach Nordosten den Erntereichtum strahlender, glitzernder, funkelnder Herbststerne! Diese verteilen sich vor allem auf Sternbilder, die an antike Sagen erinnern: das Königspaar Kassiopeia und Kepheus, deren Tochter Andromeda, sowie Perseus mit dem Medusenhaupt, dem Stern Algol, in der Hand. Perseus rettet die schöne Andromeda mit Hilfe dieses veränderlichen Stern Algol mit seiner Licht-Dimmung, die ihn mal heller oder dunkler erscheinen lässt, vor dem Meeresungeheuer Cetus im Sternbild Walfisch.

Über den Zenit hinweg trabt das Dichterpferd Pegasus, erkennbar am quadratischen Bauch aus vier hellen Sternen. Zwischen seinem Schwanz und dem Himmels-W Kassiopeia schwimmt ein nebliges Fleckchen durch die Nacht. Es ist die Andromeda-Galaxie, in Wirklichkeit größer als unsere Milchstraße. Fast 3 Millionen Lichtjahre von uns entfernt, ist sie das am weitesten entfernte Nachtobjekt, das wir mit bloßem Auge erkennen können. Bereit, die Ernte vollends einzufahren, zeigt sich im Nordosten der Fuhrmann mit seiner „Wagenlaterne" Capella. Von Norden aus schauen der Drache und die Bärinnen zu, während von Osten schon die Winterboten Widder, Stier, Orion und die Zwillinge winken.

Lassen Sie sich bezaubern vom Herbstschmuck des Rhöner Nachthimmels! Viel Freude dazu wünscht das Team des Sternenparks (www.sternenpark-rhoen.deexterner Link) im Biosphärenreservat Rhön (rm/sf)