Lichtverschmutzung – Nachhaltige Lichtnutzung

Es handelt sich hier um eine besondere Form der Umweltverschmutzung. Nicht das Licht ist schmutzig, sondern es geht in erster Linie um unnötig produziertes Licht, das ungenutzt dort hin strahlt, wo es nicht benötigt wird. Z.B. stößt es in den Atmosphäre auf Staubteilchen und Aerosole und verursacht die enormen Lichtglocken, die bis zu 200 km sichtbar sind. Neben der künstlichen Aufhellung des Nachthimmels zählen auch die Blendung (Verkehrssicherheit) und die sog. nachbarschaftliche Störung (Trespassing) zur Lichtverschmutzung. 2011 wurde fehlgelenktes Licht als schädliche Umwelteinwirkung in das Bundesimmissionsschutzgesetz aufgenommen. Lichtverschmutzung bleibt nicht ohne Folgen für die Umwelt. Außerdem bedeutet nicht genutztes Licht immer eine Verschwendung von zuvor produzierter Energie. Die Lichtverschmutzung nimmt jährlich zu – analog zur jährlichen Flächenversiegelung.

 

Infoblätter: Möglichkeiten zur Reduzierung der Lichtverschmutzung und Private ökologische Außenbeleuchtung

 

Zu viele Lichtemissionen haben lästige und schädliche Auswirkungen, die bisher in folgenden Bereichen erfahrbar sind:

Das Ökosystem erfährt Beeinträchtigungen der Lebensräume nachtaktiver Tiere auf Boden, Wasser und in Luft, wie beispielsweise der Fledermausexterner Linkexterner Link. Dies hat auch Auswirkungen auf die Artenvielfalt in der Rhön. Darüber hinaus werden tagaktive
Tiere in ihrer Nachtruhe gestört. Insekten, die an Leuchten verenden, fehlen als Nachtbestäuber und als Teil der Nahrungskette. Darüber hinaus benötigen Pflanzen für Knospenbildung, Wachstum, Laubabwurf und Photosynthese einen natürlichen Tag/Nacht-Rhythmus.

Menschliche Gesundheit:
So sehr der Mensch bei Tag natürliches Sonnenlicht mit seinem hohen Blauanteil benötigt, so sehr beeinträchtigt ein hoher Blauanteil im Kunstlicht der Abendstunden das menschliche Hormonsystem. Durch die Lichtverschmutzung verliert der Menschnicht nur den Blick auf den pralchtvollen Sternenhimmel, sondern wird auch gesundheitlich beeinträchtigt. Der Tag-Nacht-Rhythmus beeinflusst schon immer das Leben fast aller Organismen, und zahlreiche körperliche Prozesse werden dadurch gesteuert. So wird z.B. das Ruhe- und Regenerationshormon Melatonin nur bei Dunkelheit produziert. Schon kleine Mengen Kunstlicht bei Nacht reichen aus, um die Melatoninproduktion zu stören. Schlafstörungen, Stress und Aggressivität sowie Gewichtszunahme können die Folge sein. Zudem erfahren unsere Augen zu oft Lichtstress durch Blendlicht und bewegtes Licht in der Nacht.

Im Bereich Landschaft und Kultur sind es Zerstörung und Entfremdung der natürlich diversen Nachtlandschaft, inkl. des Raumes über uns - Verlust des Kulturgutes Sternenhimmel.

Viele Informationen und eine Sammlung an Studien zu den Auswirkungen auf Flora und Fauna finden Sie unter www.lichtverschmutzung.deexterner Link