Welche Folgen hat Lichtverschmutzung für uns Menschen und die Tierwelt?

 

Wach

Folgen für uns Menschen

Licht gilt als Taktgeber unserer „inneren Uhr“. Alle Lebewesen haben sich dem Wechselspiel von Tag und Nacht angepasst – auch wir Menschen. Künstliches Licht ist aus unserem modernen Lebensalltag nicht mehr wegzudenken. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. So kann unser Körper das Schlaf- und Anti-Aging-Hormon Melatonin ausschließlich im Dunklen produzieren. Dieses Hormon ist von entscheidender Bedeutung für die nächtliche Erholung des Körpers und die Stärkung des Immunsystems. Künstliches Licht am Abend oder nachts kann die Melatoninausschüttung drosseln. Licht mit hohem Blauanteil wirkt sich besonders negativ aus. Zudem kann unser natürlicher Tag-Nacht-Rhythmus aus dem Takt geraten, was zu Schlafstörungen führt.

 

Igel

Folgen für die Tierwelt

Vor allem die nachtaktive Tier- und Pflanzenwelt leidet unter künstlichem Licht. Nachtaktive Insekten, die aus ihrem Naturraum gelockt wurden, verenden an hellen Lichtquellen. Folglich fehlen sie als Glied der Nahrungskette für Fledermäuse, Igel & Co. Sowie als Bestäuber nacht- und dämmerungsaktiver Pflanzen wie der Linde und dem Holunder. Zugvögel fliegen meist in der Nacht und sind geringe Lichtintensitäten gewöhnt. Starke Lichtmissionen können sie von ihrer Route ablenken. Auch die Lebensrhythmen und –räume tagaktiver Tiere und Pflanzen, Fische und Amphibien werden nachhaltig beeinflusst – so beispielsweise das Brutverhalten.